Mythopia Blog




31. Mai 2010

Wurzelpilze für Jungreben

von Claudio Niggli Claudio Niggli

Anfang Mai haben uns drei Mitglieder der Firma Mykoflor aus Polen besucht (Wlodzimierz Szalanski, Jerzy Nieswadba und Andrzej Klasa) damit wir ihre Mykorrhiza-Produkte in unserem Rebberg unter fachkundiger Betreuung im experimentellen Rahmen testen können. Sie hatten die ewig lange Reise im Auto für zwei Tage Aufenthalt am Institut auf sich genommen – in der Hoffnung auf eine fruchtbare Zukunft und Zusammenarbeit mit dem Delinat-Institut. Versuche an Reben in Ungarn hatten bereits vielversprechende Ergebnisse geliefert. Besonders in Kombination mit Biokohle vermuten wir ein grosses Potential, weshalb nebst unseren Freilandversuchen an der Universität von Olsztyn in Polen nun auch Topfversuche mit Biokohle und Mykorrhiza an Jungreben durchgeführt werden sollen.

Mykorrhiza-Pilze können die Wurzeln von Kulturpflanzen besiedeln und positive Partnerschaften eingehen. So kann das Wurzelmilieu und die Nährstoffverfügbarkeit (auch durch direkten Austausch) verbessert werden. Bereits bei verschiedenen Kulturen konnten positive Effekte durch solche Beeimpfungen gezeigt werden, besonders bei verarmten Böden.

Bei Jungreben der Sorte Cornalin testen wir im Freiland nun einerseits ein speziell für den Weinbau konzipiertes Produkt auf der Basis von lebenden Pilzfäden, andererseits ein Produkt mit einem generalistischen Wurzelpilz auf Sporen-Basis. Wir alle durften uns am Tag der Beeimpfung an gutem Wetter erfreuen und die drei Besucher schienen vom Wallis und unserer Umgebung trotz ermüdender Anreise ganz angetan.

In den Sekundärkulturen testen wir andere spezifische Mykorrhiza-Produkte an Obstbäumen (aus der Familie der Rosengewächse) und an unseren Rosen.

Beimpfen und Pflanzen von Jungreben

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