Mythopia Blog




6. April 2010

Kompost – das braune Gold

von Claudio Niggli Claudio Niggli

Letzte Woche habe ich zusammen mit dem experimentierfreudigen, lokalen Landwirt Patrick Betryson in St.Léonard im Talboden unterhalb der Mythopia-Weinberge die ersten Kompostmieten angelegt.  Die Herstellung von eigenem Qualitätskompost soll zu einem wichtigen Grundstein bei der Bodenregeneration und in den Stoffkreisläufen auf Mythopia werden. Als Grundlage dient dabei zerkleinerter Grünschnitt aus der nahegelegenen Grüngutsammlung.

Am Morgen früh machte ich mich mit unserem Multifunktions-Pneulader auf den Weg ins Tal, die Schaufel voll mit vorbildlich produziertem Kompost. Dieser stammt aus Qualitätsprouktion von Fachleuten und wurde eigens für die neuen Mythopia-Parzellen herangeführt. Mir sollte er hier als Impfung für die ersten betriebseigenen Mieten dienen.

Patrick hatte bereits fleissig geschredertes Material aufgehäuft, als ich auf unserem neu gegründeten Kompostierungsplatz angekommen bin. Leider etwas zu viel des Guten, wie wir anschliessend bei den ersten Wendeversuchen feststellen mussten, denn zum sehr holzdominierten “Grünschnitt” (es ist ja noch fast Winter…) hatten wir auch noch viel Mist dazugegeben müssen, damit ein gutes Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis erreicht werden konnte. Also blieb uns nichts anderes übrig, als die Mieten mit dem Traktor grob zweizuteilen, weshalb die ersten Versuche schliesslich doppelt so umfangreich ausfallen. Silikatreiches Steinmehl diente uns zudem der Versorgung mit wertvollen Mineralien.

Der Umgang mit landwirtschaftlichen Maschinen ist ein herausfordernder, aber auch bereichernder Aspekt meiner Arbeit am Institut. Als Landschaftsgärtner hatte ich vor und nach dem Studium bereits hin und wieder etwas Motorenöl schnuppern dürfen: Arme und Beine durch Stahl und Hydraulik verlängert, in der Kontrolle über erstaunliche, manchmal beängstigende mechanische Kräfte.

Der Rotte-Prozess sollte in etwa sechs Wochen abgeschlossen sein. Bis dahin werden die Mieten täglich gewendet, denn nur bei ausreichender Sauerstoffzufuhr laufen die Umwandlungsprozesse im günstigen aeroben Milieu ab. Zudem müssen die Feuchtigkeit und Temperatur  immer überprüft und nötigenfalls korrigiert werden.

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